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Core Web Vitals: Fragen und Antworten an der SMX Advanced im Hub Zürich

BlueGlass CEO Raphael Bienz und Googler Martin Splitt im BlueGlass-Studio

Anlässlich der Online Marketing Konferenz SMX Advanced 2021 beantworten Googler Martin Splitt und Searchmetrics Chief Innovation Officer Marcus Tober die Fragen von Moderator Alexander Holl: Wie ist mit den Kennzahlen rund um Googles Ranking-Kriterium der Core Web Vitals umzugehen? Wie verlässlich sind sie? Worauf sollte man fokussieren?

Marcus Tober von Searchmetrics, Moderator Alexander Holl und Martin Splitt von Google über Core Web Vitals an der SMX Advanced

Einführung von Marcus Tober: Damit das Web erfolgreich sein kann, muss es schnell sein. Deshalb u.a. die Initiativen von Google rund um Accelerated Mobile Pages (AMP, schnell ladende Mobile-Seiten von Googles Servern) und Core Web Vitals (CWV, aktuell 3 Messdimensionen für die technische Qualität von Webseiten). Mehr über die Core Web Vitals hat mein Kollege Denny Ovcar aus dem SEO-Team hier beschrieben.

Ergänzung von Martin Splitt: AMP verspricht den Nutzern ein schnelles Nutzererlebnis. CWV fügt dem Mix weitere Dimensionen hinsichtlich der Seitenerfahrung hinzu. Natürlich werden großartige Inhalte mit hoher Relevanz auch weiterhin entscheidend bleiben.

Die Core Web Vitals werden zusammen mit https-Verschlüsselung, unnötigen Interstitials, Malware, aufdringlichen Anzeigen und Phishing in Googles «Page Experience» Nutzersignal gebündelt. Das Abschneiden bezüglicher dieser Faktoren hat einen Einfluss auf das Ranking in Googles Trefferlisten.

Bei begrenzten Ressourcen: Auf welche Dimension sollte man fokussieren?

Martin Splitt von Google im BlueGlass Videostudio in Zürich anlässlich der SMX Advanced 2021 im Hub Zürich
Googles Martin Splitt beantwortet Fragen rund um Ranking-Kriterium Core Web Vitals

Martin Splitt: Das Lighthouse-Scoring allein wird nicht für das Suchranking verwendet. Entwickler sollten die Optimierungsaufgaben aus einer ganzheitlichen Perspektive betrachten: Was sind die Bedürfnisse von Web-Usern, die befriedigt werden wollen? Eine Enzyklopädie beispielsweise soll viele Informationen anbieten: Bei ihr ist die Dimension «Largest Contentful Paint» (LCP), also die Ladezeit aller Inhalte relevant, während bei einer Pizzabestellung es schnell gehen muss, also ist der «First Input Delay» (FID) wichtiger. Wohingegen die dritte Dimension, die «Cumulative Layout Shift» (CLS), also das Verschieben grafischer Elemente während dem Laden der Seite, einfach nur nervig ist für alle. Denn oft klickt man in so einem Fall unabsichtlich auf eine Anzeige oder ein falsches Navigationselement, das sich im falschen Moment noch im Browser aufbaut.

Wenn möglich, soll man für alle drei Aspekte der Core Web Vitals optimieren.

Marcus Tober: Ebenso wichtig ist das Benchmarking mit Konkurrenten. Webseiten können für einen bestimmten Parameter laut Google Lighthouse eine gute Bewertung haben, aber wenn ein Konkurrent viel stärker ist als die eigene Seite, muss man trotzdem weiter in die entsprechenden Kriterien investieren.

Wie spielen Einwillings-Banner und Skripte in das Thema hinein?

Zoogler Martin Splitt beantwortet Fragen zu Core Web Vitals
Martin Splitt von Google Zürich über Core Web Vitals

Marcus Tober: Cookie-Einwilligungsbanner sollten so implementiert werden, dass sie die CWV nicht beeinträchtigen. Potentiell können alle drei Dimensionen geschädigt werden, wenn Consent-Banner nicht richtig implementiert werden.

So ist es zum Beispiel keine gute Idee, eine ausgefallene Schriftart für den Einwilligungsbanner zu wählen, da das Laden des Fonts potentiell entscheidende Zeit in Anspruch nehmen kann.

Martin Splitt: Auch Googles eigene Skripte wie Tag Manager oder Google Analytics verlangsamen Websites. Daher reduzieren sie die CWV-Werte. Aber Googles Ingenieure sind sich dessen bewusst und arbeiten daran, die Leistung ihrer Tools zu verbessern.

Marcus Tober: Das Vorladen von Ressourcen (Preloading), bevor sie überhaupt aufgerufen werden, ist eine beliebte Massnahme, um Seiten zu beschleunigen. Daher ist es wichtig, mehrere Feldtests in Pagespeed Insights durchzuführen, da verschiedene Skripte je nach Nutzerszenario unterschiedlich geladen werden können.

Der Pagespeed Insights Bericht ist «nur» eine Momentaufnahme zu einem bestimmten Zeitpunkt, basierend auf dem Standort des Servers. Im tatsächlichen Feld gibt es unterschiedliche Verbindungsgeschwindigkeiten, unterschiedliche Benutzergeräte mit unterschiedlichen Betriebssystemen.

Es spielt keine so grosse Rolle, ob der Geschwindigkeitsindex 100 oder nur 90 ist. Aber wenn er in einem Fall bei 90 und in einem anderen bei 20 liegt, ist das ein Hinweis auf ein technisches Problem.

Wie zuverlässig sind Googles unterschiedliche Informationsquellen für die CWV-Daten?

Kann das Management von Unternehmen den Quellen und Zahlen von Google vertrauen?

Martin Splitt: Ja, der Page Experience Index variiert tatsächlich, das ist eine Tatsache. Er hängt einfach von vielen Variablen ab. Aber das schmälert nicht die Wichtigkeit der Metrik. Die Core Web Vitals sollten uns motivieren, die Grundlagen wie schnell ladende Seiten zu verbessern. Denn das ist eine Branchenmetrik, die noch lange wichtig bleiben wird.

Die heutigen Messdaten basieren auf Googles Chromium-Browser, weil das die einzige verfügbare Datenquelle ist, die Google zur Verfügung steht. Wenn Daten von anderen Browser-Anbietern zur Verfügung stünden, würde Google sie wahrscheinlich in ihre Messdaten integrieren.

Chromiums Felddaten basieren auf einer signifikant grossen Anzahl von tatsächlichen Nutzern, die sich für die Bereitstellung von Leistungsdaten entschieden haben (opt-in).
Labordaten dagegen sind eher eine künstliche, theoretische Messung. Die Messung von Labordaten sollte stabiler sein als die von Felddaten, aber auch mit Vorsicht, da sie eben nicht tatsächliche Nutzer berücksichtigen.

Danke allen Beteiligten für die interessanten Ausführungen!

Raphael Bienz und Martin Splitt im SMX Advanced Hub Zürich
Raphael Bienz und Martin Splitt verabschieden sich von der SMX Advanced 2021
Walter Schärer

Walters langjährige Online-Erfahrung fliesst in seine zahlreichen Blogartikel ein, denn er kennt sich nicht nur mit internen Konzernprozessen bestens aus, auch seine Erfahrung in Online Marketing Strategie, SEO, Storytelling und Content-Marketing sowie als Reiseblogger (Influencer Marketing) sind von hohem Nutzen.

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