Content Marketing

SEO und Content Marketing in der Schweiz

Wie funktioniert Suchmaschinenoptimierung in der Schweiz? Was machen ausländische Firmen beim Markteintritt häufig falsch und was sollte man berücksichtigen, wenn man als ausländisches Unternehmen nachhaltig Erfolg in der Schweiz haben will?

Die Schweiz ist ein kleines Land, wenn nicht sogar eines der Kleinsten. Aber wenn es darum geht wirtschaftlich zu handeln, ist sie ganz gross. Die Schweiz gehört – weltweit gesehen – zu den Ländern mit der höchsten Kaufkraft.

Gründe wie diese machen es für ausländische Firmen so attraktiv in den Schweizer Markt einzutreten. Doch viele dieser Unternehmen berücksichtigen eine wichtige Sache dabei oftmals nicht: die Schweiz.

Wenn man Wikipedia befragt, dann ist der Begriff „Swissness“ ein in den 90er Jahren aufgekommener Begriff, welcher die Schweiz in der internationalen Wirtschaft als souverän und verantwortungsbewusst positionieren soll. Aber was bedeutet Swissness in Bezug auf SEO?

Die Berücksichtigung von Swissness im Kontext von SEO bedeutet für ausländische Unternehmen vor allem, sich mit Region, Sprachen und Mundart auseinandersetzen zu müssen.

Sprachliche Vielfalt berücksichtigen

In der Schweiz werden vier verschiedene Sprachen gesprochen. Die Sprachenvielfalt der Schweiz findet sich auch auf der google.ch Startseite wieder: Es wird neben den vier Landessprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch zusätzlich Englisch angeboten.

Die meist verbreitete Sprache ist Deutsch, gefolgt von Französisch. Dabei ist allerdings zu beachten, dass sich der Schweizerische Sprachgebrauch vom Deutschen und Französischen unterscheidet. Es ist also nicht damit getan, den Inhalt der deutschen Website lediglich um die richtige Währung zu korrigieren.

Es empfiehlt sich, eine eigenständige, deutsche bzw. französische Version aufzubauen, welche den lokalen Sprachgebrauch (siehe nächster Abschnitt) widerspiegelt.

Sprachenvielfalt der Schweiz

Um Nutzern aus der Schweiz einen gewissen Respekt entgegenzubringen, lohnt es sich zudem, sich mit Regeln und Gewohnheiten aus der Schweizer Rechtsschreibung vertraut zu machen, wie z.B. der obligatorischen Verwendung von „ss“ anstatt „ß“.

Wie wir bereits 2015 ausführlich im Blog-Beitrag „E-Commerce-Schweiz“ erläuterten, gibt es besonders im Onlinehandel einige Besonderheiten, welche berücksichtigt werden sollten.

Im Online-Verkauf spielt generell vor allem die Kennzeichnung von Zahlen und Preisen eine Rolle. In der Schweiz werden z. B. Trennzeichen von vierstelligen Beträgen mit Strich anstatt Punkt ausgewiesen: „5‘000“ anstatt „5.000“.

Zudem wird die Währung bzw. das Währungskürzel hier – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern – vor den Betrag gestellt. Fehler wie diese zu vermeiden, heisst auch Schweizern eine gewisse Wertschätzung entgegenzubringen und so möglicherweise einem Absprung von der Seite entgegenzuwirken.

Aber auch das Bedürfnis nach Qualität unterscheidet Schweizer von anderen Kulturen. Während in Deutschland  gerne und erfolgreich mit Verkaufsargumenten, wie „gratis“ oder „kostenlos“ geworben wird, sollte hier mehr das Alleinstellungsmerkmal oder die Qualität des Produkts in den Vordergrund gerückt werden.

Keywords an Schweizer Mundart anpassen

Sprachliche Differenzen – auch in der gleichen Sprache – spiegeln sich natürlich auch in den Suchanfragen wieder. Ein Grund mehr, eine Deutsche Website nicht einfach in eine Schweizer Website zu konvertieren.

Suchbegriffe, welche in Deutschland gesucht werden, können hier keinerlei Relevanz haben. Beispielsweise wird ein deutscher Reiseveranstalter, welcher in die Schweiz expandiert, mit dem Keyword „Reise buchen“ weniger Erfolg haben, denn regionale User suchen nach „Ferien buchen“.

Auch der deutsche Fahrrad-Hersteller nutzt mit der Verwendung des Keywords „Fahrrad“ seine Potenziale nicht entsprechend seinen Möglichkeiten, denn in diesem Fall wird in der Schweiz doppelt so häufig nach dem, an die französische Sprache angelehnten Begriff, „Velo“ gesucht. In diesem Fall wäre es sinnvoll, seine Website auf beide Suchbegriffe zu optimieren.

Unterschiede Suchvolumen Keywords Schweiz BlueGlass
Auszug aus dem Google Adwords Keyword-Planner (Schweiz) vom 07.03.2017

Das sind die feinen Unterschiede, welche über Erfolg oder Misserfolg in der Schweiz entscheiden. Deswegen sollten bestehende Keywords unbedingt auf das Schweizer Suchvolumen untersucht werden und ggf. in den SEO-Elementen (Meta-Tags und Headings) sowie in betreffenden Inhalten angepasst werden.

Als Zielgruppe jedoch nicht zu vergessen, sind die 60.000 Deutschen, welche derzeit pro Jahr in die Schweiz zuwandern und auf Google mit deutschem Sprachgebrauch suchen. Da diese im Vergleich aber eine Minderheit ausmachen, sollte der Fokus bei einer Expansion vorwiegend auf Suchbegriffe gelegt werden, welche in der Schweiz das höchste Suchvolumen aufweisen. Dies sind zumeist Begriffe aus dem Schweizer Sprachgebrauch.

Eine Zusammenarbeit mit einer – in der Schweiz ansässigen – Agentur kann in diesem Fall viel Arbeit ersparen.

Hreflang-Attribute für Spracherkennung verwenden

Wenn man sich dann einmal die Mühe gemacht hat, die Website an alle Sprachen und Mundarten anzupassen, sollte man eines nicht vergessen: die Suchmaschine. Die Einbindung von hreflang-Tags gewährleistet, dass Google die geographische Ausrichtung versteht und die richtige Sprache zur Verfügung stellt.

Besonders wichtig ist dies bei unterschiedlichen (Sprach-)Versionen einer Website mit gleichem oder ähnlichem Layout. Die korrekten Sprachindikatoren de-CH, fr-CH, it-CH und en-CH in den hreflang-Tags gewährleisten, dass Google die URL und die Meta-Tags in der richtigen Sprache ausgibt.

Beispiel hreflang-Tags Schweiz BlueGlass
Beispielhafte hreflang-Tags einer deutschen Website mit allen notwendigen Sprachversionen für die Schweiz

Länderspezifische Top-Level-Domain wählen

Bei der Wahl der Domain steht neben dem Domainnamen – welcher auch auf Relevanz in der Schweiz überprüft werden sollte – die Entscheidung über die Domainendung (Top-Level-Domain) an. Ist nun eine .ch- oder eine .com-Endung vorteilhafter? Generell spricht einiges dafür, sich für eine .ch-Domain zu entscheiden.

Durch eine länderspezifische Domainendung erkennt Google sofort, dass es sich um eine Website aus der Schweiz handelt und zeigt diese bei einer Suchanfrage aus der Schweiz vorrangig an. Eine .ch-Domain kann sich neben dem Vorteil im Google Ranking natürlich auch aus psychologischer Sicht lohnen.

Aufgrund der bekannten Schweizer Favorisierung von lokalen Produkten oder Dienstleistungen ist davon auszugehen, dass auch bei der Suchmaschinennutzung lokale Domainnamen bzw. –endungen von Schweizern bevorzugt geklickt werden.

Citations von etablierten Portalen

Als neue oder bestehende Domain im Schweizer Markt ist es sinnvoll, „Trust“ von etablierten Schweizer Portalen zu erhalten, sogenannte «Citations». Citations – mit oder ohne verweisenden Backlink – können Einträge in regionalen Verzeichnissen oder in einem Handelsregister sein.

In der lokalen Suchmaschinenoptimierung «Local SEO» spielen sie eine grosse Rolle, denn sie stellen der Suchmaschine wichtige Informationen über das Unternehmen zur Verfügung und vermitteln Google gleichzeitig wichtigen „Trust“.

Auf Basis der Erkenntnisse unseres Citation-Profils der Schweiz haben sich die Schweizer Verzeichnisse local.ch und search.ch als stärkste Quellen herauskristallisiert.

Aber auch (Gast-)Beiträge in lokalen Onlinemagazinen oder themenrelevanten Blogs (bevorzugt mit Link) können sich lohnen, um einen Fuss in die Schweizer Onlinewelt zu setzen.

Wer sich also auf dem Schweizer Markt etablieren möchte, sollte sich frühzeitig Gedanken zu möglichen Massnahmen machen, welche darauf abzielen, Erwähnungen bzw. Empfehlungen von lokalen Plattformen zu erhalten.

Liste der wichtigsten Online-Verzeichnisse der Schweiz 2018
Die wichtigsten Verzeichnisse der Schweiz 2018 / 2019

Know-how sprechen lassen

Schweizer möchten eigenständig behandelt werden, d. h. nur weil ein Unternehmen aus Deutschland kommt, geben sich Schweizer nicht gleich mit deutschen Inhalten zufrieden.

Oft wird die Kommunikation eines Produktes oder Services mit aktuellen Ereignissen oder Festlichkeiten verknüpft. Was aber, wenn die Schweizer an diesem Tag gar keinen Feiertag haben oder dieser womöglich anders heisst?

Dass sich regionale Produkte hier besser verkaufen ist bereits bewiesen, aber auch lokale Inhalte machen definitiv Sinn. Ein gewisses Know-how zum Schweizer Geschehen kann einen positiven Teil zur Marketingarbeit beitragen und Ihnen regelmässig Content-Ideen für Website und Social Media liefern.

Informieren Sie sich über Fasnacht, Samichlaus und den Nationalfeiertag der Schweiz. Lange Rede, kurzer Sinn: Haben Sie etwas Lokales zu erzählen!

FAZIT

Die Schweiz birgt grosses Potential für ausländische Unternehmen, stellt aber auch gewisse Anforderungen.

Das Sprechen der gleichen Sprache befähigt eine ausländische Firma noch nicht zum Online-Erfolg hierzulande. Wer sich nicht mit lokalen Begebenheiten wie sprachlichen Unterschieden und Rechtsschreibung vertraut macht, riskiert in der Schweiz – trotz gutem Produkt – online nicht gefunden oder gar angenommen zu werden.

Wenn jedoch einige Besonderheiten in Bezug auf Local SEO und Content Marketing beachtet werden, können trotz lokaler Präferenzen der Schweizer gute Traffic-Ergebnisse erzielt werden. Untenstehend finden sich alle Punkte nochmal in einer Checkliste zusammengefasst.

Habt ihr Fragen oder Anregungen? Ich freue mich auf eure Kommentare!

 

Swissness-Checkliste

Alana Raab

Alana Raab ist Senior SEO und Content Consultant bei BlueGlass Interactive Zürich und ist zuständig für Kunden u.a. aus den Bereichen Health, Finance und E-Commerce. Das Thema Content liegt ihr dabei besonders am Herzen. Bereits vor BlueGlass war Alana für eine Online Marketing Agentur tätig und stellte ihre SEO-Skills bei einem bekannten Online-Vergleichsportal unter Beweis.

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