Am 17. Juni waren wir (Lead Programmatic Erika Berardi und Digital Campaign Consultant Laura Tschenett) am diesjährigen IAB Switzerland Programmatic Advertising Day im Volkshaus Zürich dabei. Der Tag bot ein abwechslungsreiches Programm mit inspirierenden Keynotes, spannenden Panels, praxisnahen Case Studies und Masterclasses zu den neuesten Entwicklungen im Programmatic Advertising. Die wichtigsten Trends und Erkenntnisse zu Agentic Advertising, CTV und pDOOH im Überblick.
Agentic Advertising: Viel Potenzial, viele offene Fragen
Die wachsende Rolle von AI in der Medienplanung und -ausspielung ist unbestritten. Agentic Systeme agieren zunehmend selbstständig. Doch genau da liegt auch die Herausforderung: Transparenz, Brand Safety, Qualitätskontrolle und Identifikation sind noch nicht vollständig gelöst.
Der Konsens am PAD26: Die Richtung ist klar, aber bis das Modell nachhaltig funktioniert, ist noch einiges an Arbeit, Standardisierung und Diskussionen unter Expert*innen nötig. Was uns betrifft, so ist unsere Haupt-DSP Adform bereits auf dem neuesten Stand. Um die Maschine effizienter zu nutzen, setzen wir ausnahmslos einen “Human Director” ein, der die Übersicht und Kontrolle über sämtliche Kampagnenaktivitäten behält und die eingesetzten KI-Modelle koordiniert.
Klar ist: Ohne Qualitätssicherung sind keine zuverlässigen Ergebnisse zu erwarten. In absehbarer Zeit empfehlen wir somit nicht, sich auf eine ausschliesslich maschinell bestimmte Distribution und Optimierung zu verlassen.
CTV: Der Trend ist längst Realität
In der Schweiz leben bereits 5,8 Millionen Menschen in einem Haushalt mit CTV-Anschluss. Eine Reichweite, an der heute kein Mediaplan mehr vorbeikommt.
Besonders spannend: Schon bald werden Pausen-Ads möglich sein, für die lediglich ein Standbild statt eines aufwendigen Spots benötigt wird. So wird CTV auch für Kunden mit kleinerem Produktionsbudget zugänglich.
Targeting & Brand Safety: Qualität als kontinuierlicher Prozess
Branchenexpert*innen sind sich einig: Brand Safety ist keine einmalige Einstellung, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Die Branche entwickelt dafür laufend optimierte Ansätze.
Kuratierte Inventarlisten gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung: Statt auf automatisierte Kategorisierungen zu vertrauen, wird Inventar gezielt vorgefiltert und laufend überprüft.
Inhousing: Effizienz vs. Effektivität
Inhousing kann Kosten senken. Agenturen bleiben jedoch dort im Vorteil, wo spezialisierte Kompetenzen, externe Perspektiven oder flexible Kapazitäten gefragt sind.
Was bei Inhouse-Teams oft vergessen geht, ist der externe Blick: der, der unbequeme Fragen stellt und durch Objektivität blinde Flecken sichtbar macht. Wer Programmatic ins eigene Haus holt, sollte das im Hinterkopf behalten und einen neutralen, externen Beratungspartner in den Prozess miteinbeziehen.
Als 360°-Agentur können wir Kampagnen ganzheitlich, von der Idee über die Produktion bis hin zur Ausspielung und Auswertung übernehmen. Wo beim Kunden bereits ein Inhouse-Team besteht, unterstützen wir gezielt dort, wo zusätzliche strategische oder operative Expertise gefragt ist. Dazu gehören beispielsweise Sparring bei Kanal- und Partnerstrategie, die Evaluation von Technologien und Prozessen, Qualitätssicherung oder Weiterentwicklung laufender Kampagnen. So ergänzen wir interne Teams bei Bedarf mit zusätzlicher Erfahrung, Einordnung, Marktkenntnis und methodischer Tiefe.
DSPs: Die strategische Rolle von DV360
DV360 ist nach wie vor die meistgenutzte DSP in der Schweiz. Aufgrund des breiteren Funktionsumfangs (zusätzliche Kanäle wie PDOOH, Audio und CTV), ziehen wir Adform jedoch weiterhin als Haupt-DSP unserer Agentur vor. Gleichzeitig haben wir unser Know-how mit DV360 gezielt ausgebaut und verfügen heute über umfassende Erfahrung in der Planung, Umsetzung und Optimierung entsprechender Kampagnen.
Dadurch sind wir in der Lage, Kunden, die bereits über einen bestehenden Google-Vertrag verfügen oder DV360 als bevorzugte Plattform einsetzen, nahtlos zu betreuen und Kampagnen effizient umzusetzen.
DOOH: Kontext schlägt Placement
Kein neues Konzept für uns – nichtsdestotrotz ein wichtiges: Der Aufbau einer pDOOH-Kampagne entscheidet sich lange vor dem öffnen der DSP. Screen-Auswahl, Tageszeit, Umfeld: Das sind die Hebel, die zählen. Wer das Briefing nicht sauber übersetzt, riskiert Streuverluste auf irrelevanten Screens.
Durch die präzise Auswahl relevanter Kontexte und Standorte konzentriert sich der Werbedruck dort, wo er auch tatsächlich wirkt. Splicky ist derzeit eine der umfassendsten Plattformen für pDOOH. Da es unterdessen zu Adform gehört, werden wir bald alle Funktionen in unserem DSP zur Verfügung haben.
Fazit zum Programmatic Advertising Day 2026
Der Programmatic Advertising Day war ein inspirierender Tag, der viele Diskussionen angestossen hat und der uns in unserer Überzeugung bestärkt: Programmatic ist kein Selbstläufer, sondern verlangt nach strategischem Denken, sauberen Daten und dem Mut, auch unbequeme Fragen zu stellen.
Wir zeigen euch, wie ihr Programmatic in eurer Digitalstrategie einsetzen könnt.
Digital Campaign Consultant