Pinterest Werbung schalten: Neue Werbechance mit gezielter Aufmerksamkeit im Schweizer Markt

Anine Shama

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Seit Frühling 2019 bietet Pinterest auch in der Schweiz Werbemöglichkeiten an. Aber wie funktioniert Werbung auf dieser Oase visueller Inspiration und was gibt es bei einer Kampagnenerstellung auf Pinterest zu beachten?

Performance-Marketing auf Pinterest ist aus zwei Gründen besonders interessant: Erstens weil User die Werbeanzeigen “repinnen” können. Mit diesem Feature verbreiten sich Ihre Inhalte auch ausserhalb der Werbekampagne und sorgen somit für organische Besucher auf Ihrer Website. Zweitens suchen Pinterest-Nutzerinnen (die Mehrheit der User ist weiblich) auf der Plattform oft Inspiration, um einen Kaufentscheid herbeizuführen. Sie befinden sich mental also nahe an einer Konversion.

Welche Schritte sind für erfolgreiche Werbung auf Pinterest zu beachten?

1. Unternehmenskonto

Um Zugriff auf den Pinterest Ads Manager zu erhalten, benötigt man zuerst ein Pinterest Unternehmenskonto.

2. Pinterest Pixel

Der Pinterest Pixel ist ein kleines Script, das Sie auf Ihrer Webseite einbauen. Es liefert wertvolle Daten über Conversion- und Remarketing- Kampagnen und sollte unbedingt vor der ersten Werbekampagne hinterlegt werden, um vollständige Auswertungen zu ermöglichen.

3. Zielvorgabe

Nun gilt es, eine konkrete Zielvorgabe zu definieren. Zur Auswahl stehen:

  • Brand Awareness Kampagnen für die Erhöhung der Markenbekanntheit
  • Video Awareness Kampagnen für die Bekanntmachung von Videos
  • Traffic Kampagnen für mehr Besucher auf der eigenen Webseite
  • App-Install Kampagnen, um die Installation von Apps zu vermarkten
  • Conversion Kampagnen für die Erhöhung von Konversionen auf der eigenen Webseite

Der Pinterest-Algorithmus identifiziert dann Nutzer, die voraussichtlich auf eine der Kampagnenarten reagieren werden und zeigt ihnen die entsprechende Werbebotschaft.

4. Kampagne aufsetzen

Anschliessend wird eine Kampagne aufgesetzt. Die Kampagnenstruktur besteht aus drei Ebenen: Kampagne, Anzeigengruppe und Promoted Pin (effektives Werbemittel).

5. Pinterest Reporting

Im Pinterest Reporting erhält man mit geringem Aufwand eine gute Übersicht der Kampagnen.

6. Kampagnenoptimierung

Regelmässige Überwachung der Kennzahlen und ein kontinuierlicher Vergleich der Kampagnentypen sind für für eine regelmässige Kampagnenoptimierung hilfreich. Wie bei Punkt 4 “Anlegen einer Kampagne” beschrieben, besteht eine Kampagne aus drei Ebenen. Schauen wir uns diese etwas genauer an.

Kampagnenebene:

1. Kampagnendetails

Budget Definition auf Kampagnenebene (Tages- oder Laufzeit-Budget)

Anzeigengruppe:

Targeting

Folgende Targeting-Kriterien stehen zur Verfügung:

1. Interesse

Hier bietet Pinterest verschiedene Kategorien an:

  • Kunst
  • Kosmetik
  • «Do it yourself» («DIY»)
  • Bildung
  • Elektronik
  • Food & Drinks
  • Gesundheit
  • Dekoration
  • Reise
  • Uvm. (viele für Frauen relevante Themen)

2. Demografische Information

Auswahl von Ort, Sprache, Geräte oder Geschlechter, um die Zielgruppe zu verfeinern.

3. Keywords

Die Keywords können wie bei Google Ads auch als Exact-, Phrase- oder Broad-Match eingebucht werden. Das steuert, mit wie wenig Streuverlust oder eben wie breit ein Werbemittel ausgespielt werden soll.

Negative Keywords lassen sich einpflegen, um für bestimmte Suchwörter das Werbemittel nicht auszuspielen. Wir empfehlen, mindestens 10 Keywords (besser mehr) einzugeben.

4. ActAlike Audience

Analog der Lookalike Audience bei Facebook: Sie laden anonymisiert Kontaktdaten Ihrer bestehenden Kunden hoch und Pinterest gleicht diese ab mit Profilen von ähnlichen Nutzern.

Dies ist ideal geeignet für die Skalierung der Reichweite bzw. Ansprache von Neukunden.

5. Retargeting Audience

Erneute Ansprache der User aufgrund von “Engagement” oder “Website-Besuchen”.

Weiterführende Informationen zum Targeting auf Pinterest finden Sie hier. Gerne beraten wir Sie aber auch spezifisch auf Ihre Bedürfnisse hin.

Budget & Planung

  • Budget Definition auf Anzeigengruppenebene
  • Gebotsstrategie. Hier finden Sie eine Übersicht der Gebote je nach Kampagnenziel.

Platzierung der Werbemittel

Folgende Auswahl steht zur Verfügung:

  • Alle Platzierungen (Browse- und Search-Browse-Platzierung)
  • Browse: Die Werbeanzeige wird im Feed der Nutzer angezeigt. Diese Platzierung eignet sich bei einer Ausrichtung der Werbemittel nach Interesse.
  • Search: Die Werbeanzeige wird angezeigt, wenn ein User eine Suche auf Pinterest durchführt. Diese Einstellung eignet sich bei einer Ausrichtung nach Keywords.

Anzeigenebene

Pin Auswahl

Als letzter Einstellungspunkt ist es möglich, einen Werbepin (bereits auf der Pinterest Seite veröffentlicht) auszuwählen oder einen neuen Pin direkt im Werbekonto zu erstellen.

Promoted Pins sehen im Home Feed und in den Suchergebnissen nahezu exakt so aus wie ein normaler Pin. Äusserlich unterscheidet sich nur das Label “Promoted”. Auch ihre Funktionen sind gleich. 

Benutzer können sie an Boards pinnen, teilen und kommentieren – wie man es von der Plattform gewohnt ist.

Der grosse Vorteil eines Promoted Pins ist, dass das Label “Promoted” darauf verschwindet, sobald ein User den Pin geteilt hat. 

Repins, die im Anschluss daran geschehen (ausserhalb der effektiven Werbekampagne), zählen dann als organische Reichweite und die User landen nach einem Klick auf den Pin weiterhin auf der hinterlegten Webseite. (Quelle: Website Boosting #57)

Quelle Bild: business.pinterest.com

Bis zu 5 Bilder können in einem Pin aufgeführt werden. Der User hat so die Möglichkeit, sich durch die 5 Bilder zu swipen. 

Jede einzelne Karte (Bild) kann ein anderes Foto, eine andere Beschreibung oder auch einen anderen Link beinhalten. Dieses Format eignet sich sehr gut für die Darstellung von mehreren Produkten. (Quelle: Website Boosting #57)

Quelle Bild: business.pinterest.com

Video Pins entsprechen in Bezug auf ihre Funktionalität den Promoted Pins. Das Video wird auf Pinterest automatisch abgespielt, sobald es im Feed erscheint. 

Hier sollte man beachten, dass die Videoinhalte selbsterklärend und ohne Ton verständlich sind, da viele Nutzer den Ton ausgeschaltet haben. (Quelle: Website Boosting #57)

Promoted Video Pins können in zwei Varianten eingebucht werden: Standardbreite und maximale Breite.

Video Pins mit Standardbreite weisen  dieselbe Grösse auf wie normale Pins.

Quelle Bild: business.pinterest.com

Video Pins mit maximaler Breite nehmen  im mobilen Feed der Nutzer beide Spalten bzw. die volle Breite ein.

Quelle Bild: business.pinterest.com

In der normalen Breite fällt das Werbemittel weniger als solches auf. Dafür entwickelt es in der vollen Breite mehr Aufmerksamkeit. In den meisten Fällen wird man wohl testen wollen, welches Format für den jeweiligen Zweck besser geeignet ist.

Diese ausschliesslich für mobile Bildschirme optimierte Anzeige dient dazu, die beworbene App direkt über eine iTunes- oder Google-Play-Store URL herunterzuladen. (Quelle: Website Boosting #57)

Quelle Bild: business.pinterest.com

Hier finden Sie die Spezifikationen aller Formate zum Nachlesen.

Welche Bilder/Videos eignen sich für Pinterest Ads?

Hier gilt ganz klar – mobile first! Entsprechend sollten die Bilder und Videos immer auf Mobile-Ansicht ausgerichtet sein. Bilder im Hochformat erscheinen auf Mobilgeräten viel grösser als querformatige.

Zeigen Sie nicht nur klassische Produktfreisteller, denn Pinterest lebt aufgrund der visuellen Inhalte. Präsentieren Sie Ihre Produkte in “Aktion”. Die User sollen sofort verstehen, wie und für was das Produkt im Alltag genutzt werden kann.

Bei Videos gilt wie üblich, das Branding innerhalb der ersten Sekunden oder aber für die gesamte Dauer anzuzeigen. (Quelle: Website Boosting #57)

Ad Texte:

Die Kernbotschaft und der Markenname sollten unbedingt in den ersten 30 – 60 Zeichen vermittelt werden.

Reporting und Optimierung:

Pinterest Analytics liefert einen Überblick über die Kampagnen und die wichtigsten Kennzahlen je nach Kampagnenziel. 

Als wichtiger Indikator dient die Click-Through-Rate (CTR) sowie die Conversion-Rate (CR) der einzelnen Kampagnen. Um eine vertiefte Analyse vorzunehmen, empfehlen wir, bei den Kampagnen UTM-Parameter zu hinterlegen. Damit misst man die Performance der Kampagnen in Google Analytics und nutzt die Erkenntnisse daraus als Grundlage für weitere Optimierungen.

Fazit

Lange haben wir gewartet, bis der Pinterest Ad Manager in der Schweiz ausgerollt wurde. Nun steht er uns zur Verfügung und bietet eine attraktive neue Werbechance im Social Media Bereich. Werbeanzeigen auf Pinterest als „visuelle Suchmaschine“ kombinieren zwei Dinge miteinander: die Vorteile von Search und Social Media Advertising. Lesen sie hier mehr über Social Media Marketing.

Und wie stehts mit Ihrer Pinterest Kampagne?

Klingt das spannend für Sie? Das Social Media Marketing Team unterstützt Sie gerne bei der Entwicklung von einem Pinterest-Kampagnenkonzept für Ihre Marke. Melden Sie sich über unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

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