Web Design & Development

Lokale Unternehmen brauchen keine Website mehr!

Knowledge Graph von John Baker am Helvetiaplatz

Brauchen lokale Unternehmen wie Restaurants oder Bäckereien (in naher Zukunft) überhaupt noch eine Website, wenn uns Google & Co. in Zeiten der Digitalisierung bereits sämtliche gefragten Informationen vorweg auf dem Silbertablett präsentieren? Selbstverständlich, aber womöglich nur dann, wenn uns der Online-Auftritt des Restaurants oder der Bäckerei nicht nur plumpe Fakten auftischt.

Ein Leben ohne Internet ist für die meisten unter uns undenkbar geworden. Wenn das Internet mal für ein paar Stunden ausfällt, nimmt es das Ausmass einer mittleren Katastrophe an. Das Internet ist zur Selbstverständlichkeit geworden und unser Alltag geschieht fast nur noch online. Die Digitalisierung ist nicht mehr zu stoppen – auch nicht für Schweizer Unternehmen.

Über 67% der Internetnutzer kaufen gemäss der NZZ online ein – und zwar nicht nur die Jungen. In den USA wurden in der Weihnachtssaison 2017/18 gar mehr Geschenke online auf Mobiles gekauft als auf dem Desktop.

Kann es sich eine Firma in Zeiten der Digitalisierung überhaupt noch leisten, keine Website zu besitzen?! Schaufelt sich eine Firma ohne eigene Website nicht das eigene Grab?

Die Antwort wird Sie überraschen!

Nur weil eine Firma keine Website hat, bedeutet das noch lange nicht, dass es sich dabei um einen digitalen Dinosaurier handeln muss. Längst nicht jede Website erbringt den Usern und dem Unternehmen selbst wirklich einen Mehrwert. Klar ist: Jede Firma benötigt einen Webauftritt – das muss aber nicht mehr zwingend eine Website sein.

Wozu eine Website?

Klar, Websites werden erstellt, um dem User relevante Informationen anzuzeigen. Als Kunde will ich schnell und möglichst einfach alle relevanten Informationen erhalten. Mehr und mehr werden diese Informationen allerdings nicht auf der Website selbst, sondern auf anderweitigen Plattformen angezeigt. Wie kann das sein?

Diese Entwicklung hat in einer “Mobile First”-Welt stark zugenommen und wird sich durch die anrollende Welle der Sprachassistenten noch weiter zuspitzen. Das Smartphone ist heute ein Alltagsgegenstand auf den niemand mehr verzichten will.

Aber auf dem Smartphone gelangen die User immer seltener zu eigentlichen Websites – die Informationen holen sie sich direkt bei Google, Facebook und Co. Und in Zukunft könnte der Website-Besuch dank den sprachbasierten Personal-Assistants wie Google Assistant, Alexa oder Siri sogar ganz wegfallen.

Eigentlich ist es ja ganz einfach, mit einer Website Kunden an Land zu ziehen. Aber mit einer schlecht gemachten Website geschieht das Gegenteil – die Kunden werden vertrieben. Eine nicht für Mobilgeräte optimierte Website sorgt für Desinteresse und führt zu sofortigem Abspringen des Users.

Websites können gerade bei lokalen Unternehmen wie Bäckereien oder Restaurants einen total falschen Eindruck hinterlassen und irreführend für den User sein.

Screenshot einer Restaurant Website
Nicht optimales Design einer Restaurant-Website

Es ist halt wie es ist: Menschen treffen spontane Entscheidungen anhand oberflächlicher Informationen. Eine grafisch ansprechende und übersichtlich strukturierte Website löst beim User in Sekundenbruchteilen Vertrauen und Wohlbefinden aus. Das ist jedoch nicht nur positiv.

Ein neues Restaurant erweckt auf seiner Website dank modernem und grafisch anspruchsvollem Design den Eindruck exklusiv und vorzüglich zu sein – in Echt ist das Essen dort aber höchst mittelmässig und der Service stümperhaft. Durch die tolle Website entsteht ein falscher Eindruck und (Ent)täuschungen der User sind vorprogrammiert.

Das Gegenteil gibt’s natürlich auch. Schönes italienisches Restaurant mit herzlicher Bedienung, edlem Ambiente und den besten Spaghetti alla Carbonara der Stadt. So weit so gut, aber der Wirt des Restaurants hat vom digitalen Auftritt keinen blassen Schimmer – die Website sieht stark nach 90er Jahre aus und ist weder mobile-optimiert noch benutzerfreundlich.

Als User fühle ich mich auf der Website total unwohl und entscheide fälschlicherweise, dass diese Spelunke keinen Besuch wert ist.

Ein Google My Business Profil, eine Facebook-Seite oder ein Eintrag auf Tripadvisor können die verzerrte Wahrnehmung der User zurechtrücken. Die gewohnte Plattform-Umgebung und die fundierten Bewertungen ergeben ein neutrales Bild und verleiten die User zu weniger vorschnellen Entscheidungen.

Aber auch auf diesen Plattformen ist nicht alles Gold was glänzt. In London brachte es unlängst eine Gartenlaube innerhalb weniger Monate zum bestbewerteten Restaurant auf Tripadvisor – ohne je eine einzige Mahlzeit serviert zu haben. Sämtliche Essensfotos und Bewertungen von „The Shed at Dulwich“ waren gefälscht.

Trotz offensichtlichen Schwächen (Abhängigkeit, gefälschten Bewertungen) ist die Vergleichbarkeit auf solchen Plattformen höher und führt zu einem realistischeren Bild des Unternehmens als der Besuch der Website.

Benötigt eine Bäckerei wirklich eine Website?

Sie wollen wissen, ob Ihre Lieblings-Bäckerei am Samstagnachmittag noch geöffnet ist. Wie finden Sie das heraus?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit rufen Sie Google auf und geben als Suchbegriff die entsprechende Bäckerei ein. Die Öffnungszeiten werden Ihnen sogleich in den Google-Suchresultaten angezeigt.

Klar könnten Sie auch die Homepage der Bäckerei besuchen. Aber in Zeiten der Digitalisierung muss doch alles möglichst schnell geschehen, also wieso unnötig Zeit verlieren? Es ist doch viel zu umständlich, die Website der Bäckerei nach den Öffnungszeiten zu durchforsten.

Knowledge Graph für die Google-Suche "John Baker Helvetiaplatz"
Beispielhafter Google Knowledge Graph mit Öffnungszeiten

Auch fehlen vielen Unternehmen die Ressourcen und das Knowhow, um eine eigene qualitativ hochstehende Homepage aufzubauen, zu pflegen und fortlaufend anzupassen. Es bedarf einiges an Ressourcen bis man ein zufriedenstellendes Resultat erhält.

Lieber verzichtet man auf eine Website, als eine schlecht gemachte und user-unfreundliche Seite ins Netz zu stellen! Denn die Konsequenzen einer schlecht gemachten Website sind äusserst gravierend:

  • Unzufriedene User
  • kurze Verweildauer auf der Website
  • Imageschaden usw.

Fallbeispiel bekanntes Restaurant

Die legendäre Kronenhalle gehört zu Zürich wie das Knabenschiessen. Das wohl bekannteste Restaurant der Schweiz war schon immer mehr als ein Restaurant: Es ist eine richtige Institution. Zu den illustren Gästen zählten schon Coco Chanel, Yves Saint-Laurent oder auch Pablo Picasso.

Nun mal Hand aufs Herz – was für einen Mehrwert liefert die Homepage mir als Gast? In der Regel will man ja nur einen Blick auf die Speisekarte werfen, allenfalls den Tisch online reservieren und sich einige Kundenbewertungen durchsehen.

Auf der Website der Kronenhalle kann ich weder meinen Tisch reservieren noch Kundenbewertungen anschauen. Die Website der Kronenhalle ist bestimmt kein Argument zugunsten meines Besuchs.

Auf der Website der Kronenhalle sind zwar strukturierte Infos zum Restaurant, zur Speisekarte, zur Weinkarte und den Öffnungszeiten zu finden. Dies sind für den User zwar aufschlussreiche Informationen, aber diese müssen nicht zwingend auf der eigenen Website publiziert werden.

Die Bedürfnisse des Kunden können problemlos mit Content auf Plattformen wie Facebook, Google My Business oder TripAdvisor befriedigt werden. Ein Facebook- oder Google My Business Firmenprofil kann optimal zur Stärkung der Kundenbindung, zur Steigerung und zum Imagegewinn eingesetzt werden. Dort können Informationen über die eigene Unternehmung dargestellt werden, fast wie auf einer eigenen Homepage.

Kunden können so viel einfacher und in vertrauter Umgebung an die gewünschten Informationen gelangen. Aktuelle und potentielle Kunden können in den sozialen Netzwerken viel persönlicher, zielführender und dynamischer als auf der Homepage angesprochen werden.

Informationen auf der Website wie die Geschichte des Lokals und der Institution sind zwar spannend, interessieren aber die Mehrheit der User nicht und bieten keinen reellen Mehrwert.

Folglich braucht es keine Websites mehr, oder?

So pauschal kann man das nicht sagen, denn die Welt des Internets ist nicht schwarz oder weiss.

Websites werden nach wie vor benötigt, um die erwähnten Plattformen mit den jeweils korrekten und aktuellen Daten (wie z.B. Öffnungszeiten, Kontaktdaten, Standort, Fotos, Speisekarte, Tischreservationen etc.) zu versorgen. Allerdings verkommt eine Website so zur strukturierten Informationsdatenbank und verliert den eigentlichen Website-Charakter. Die Website gleicht so einem Daten-Selbstbedienungsladen (auf Basis von Schema.org) für Google & Co und ist alles andere als ein digitales Aushängeschild für die Firma.

Dann bräuchte ein Restaurant keine Website mehr, solange man die strukturierten Daten wie Speise- und Getränkeangebot (inkl. Tagesangebot, Preise, Kennzeichnungen wie «vegan» usw.) direkt in Google My Business oder Facebook hinterlegen könnte, korrekt?

Nicht unbedingt, denn in einer Hinsicht sind die Websites den Plattformen immer noch einen Schritt voraus: Sie können packende und inspirierende Geschichten erzählen.

Einzigartige Inhalte erstellen

Das Internet und insbesondere die sozialen Netzwerke werden im Sekundentakt mit Inhalten geflutet. Sekundenbruchteile entscheiden über Likes, Shares und Sichtbarkeit. Der allergrösste Teil der Web-Inhalte wird von den Usern links liegen gelassen.

Um nicht in der Weite des Internets zu verschwinden, gilt es, User zu begeistern und emotional abzuholen. Das schafft man mit aussergewöhnlichen Geschichten und der Hilfe von einzigartigen Bildern und Videos – kurz: Storytelling.

Faszination von Geschichten

Geschichten faszinieren die Menschen schon seit tausenden von Jahren. Das wird sich auch im digitalen Zeitalter nicht ändern. Früher wurden Geschichten weitergegeben von Mund zu Mund und von Generation zu Generation – heute werden sie als digital Shares geteilt.

Entwicklung der Werkzeuge zur Überlieferung von Stories
Entwicklung der Überlieferung von Stories

Mit Storytelling werden die Möglichkeiten des Internets vollständig ausgeschöpft – es können Geschichten erzählt und Emotionen geschürt werden.

Auf der Website kann eine ganz eigene Geschichte erzählt werden. Etwas, das aus der Masse heraussticht und die User emotional bewegt. Eine Geschichte kann die wunderbarsten Emotionen auslösen: Freude, Trauer, Liebe, Enttäuschung, Stolz und vieles mehr.

Ziel beim Storytelling ist es, eine langfristige, intensive Beziehung zum User aufzubauen.

Geschichten sind dazu da, weitererzählt zu werden. Früher von Mund zu Mund, heute digital als Social Shares. Dadurch wird eine dynamische digitale Kommunikation ermöglicht, bei der die Community eingebunden und dank hoher Verweildauer und Resonanz der digitale Auftritt belebt wird.

Je eindrucksvoller die Story, desto bedeutungsvoller ist sie für die Unternehmung.

Wie emotionales und nutzbringendes Storytelling genau funktioniert, erfahrt Ihr in unserem Blogbeitrag www.blueglass.ch/blog/storytelling-tipps.

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In Zukunft sollten Websites so gestaltet werden, dass alle strukturierten Informationen jederzeit aktuell und für Maschinen lesbar vorhanden sind, damit die Informationen von Google & Co aufgesogen und entsprechend abgebildet werden können.

Im Zentrum der Website müssen aber faszinierende Geschichten stehen, die den User emotional berühren und inspirieren.

Macht Schluss mit einfallslosen und faden Websites, welche dem User keinerlei Mehrwert gegenüber den Suchresultaten auf Google liefern. Geht hinaus und erzählt auf euren Websites Geschichten, welche die User wirklich bewegen und einen tiefen, emotionalen Einblick in die Passion des lokalen Geschäfts ermöglichen!

Nur so wird aus der Datenlieferanten-Website wieder ein echter Online-Auftritt, bei dem sich ein Website-Besuch lohnt.

Raphael Bienz

Kreativität und Daten prägen die Digitale Marketing-Expertise von Raphael Bienz, CEO von BlueGlass Interactive. Er ist Full-Stack
Online Marketer mit internationaler Projekterfahrung.
Raphael ist Betriebswirt mit den Studienschwerpunkten Strategic & General Management und Marketing. Nach seinem Studium war er während drei Jahren als CEO und Business Developer der Softwareschmiede isonet ag tätig.
Seit 2010 entwickelt Raphael die internationale Agentur BlueGlass mit Sitz in Zürich, London und Tallinn strategisch und operativ. Das 40-köpfige Agentur-Team konzipiert, erstellt und optimiert preisgekrönte SEO, Content Marketing und PPC Kampagnen. Darüber hinaus ist Raphael Gastdozent an verschiedenen Schweizer Hochschulen und weltweit an Fachtagungen und Konferenzen engagiert.

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